Abschnittsübersicht

    • Das Projekt

      Die Medizinische Kinderschutzhotline ist ein vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördertes Beratungsangebot für Fachkräfte. Die Umsetzung erfolgt in Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie/ Psychosomatik/ Psychotherapie (Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert, Prof. Dr. med. Michael Kölch) und den DRK-Kliniken Berlin | Westend (Dr. med. Oliver Berthold). Es besteht eine Kooperation mit dem Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Freiburg.

      Unser Angebot

      In der Medizinischen Kinderschutzhotline beraten geschulte Ärzt*innen rund um die Uhr zu allen (vermuteten) Fällen einer Kindeswohlgefährdung. Die Berater*innen kommen aus den Bereichen Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie und Rechtsmedizin. Die Beratung richtet sich an alle Fachkräfte aus den Bereichen Jugendhilfe, Gesundheitswesen und Familiengericht. Das erweiterte Beratungsteam besteht zudem aus Sozialpädagog*innen, Jurist*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen.

    • Die Beratung

      Die Schwerpunkte der Beratung liegen auf

      • den medizinischen und psychologischen Aspekten einer (vermuteten) Kinderwohlgefährdung,
      • der Gesprächsführung mit den Beteiligten,
      • rechtlichen Rahmenbedingungen in Bezug auf Schweigepflicht und Dokumentation (eine direkte Rechtsberatung kann nicht erfolgen, hierfür wird im Gespräch ggf. an die zuständigen Stellen verwiesen)
      • Information über mögliche regionale Kooperationspartner im Gesundheitsbereich und der Kinder- und Jugendhilfe,
      • dem Stand des medizinischen Wissens zu Misshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch,
      • leitliniengerechtem Vorgehen in Diagnostik und Intervention

      Ablauf der Beratung

      An der Hotline erreichen Sie unmittelbar die Berater*innen, denen Sie einen Fall schildern können. Die Fallschilderung muss anonymisiert erfolgen, d.h. die Betroffenen dürfen nicht erkennbar sein. Sie selbst können, müssen Ihren Namen aber nicht sagen. Allerdings muss für die Beratung bekannt sein, welcher Berufsgruppe Sie angehören und in welchem professionellen Setting Sie Kontakt mit dem Fall haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere Beratung auf berufliche Kontexte spezialisiert ist. Eine Beratung zu privaten Fragen können wir auch bei Fachkräften nicht leisten. Die Fallverantwortung bleibt bei den Anrufenden.

      Qualitätssicherung

      Jedes Gespräch bleibt vertraulich. Die Falldarstellung muss anonymisiert erfolgen. Alle Angaben sind freiwillig. Für die Qualitätssicherung der Medizinischen Kinderschutzhotline werden Anrufende während des Gesprächs gebeten, einige Angaben, z.B. zu Alter und Geschlecht sowie zum Hintergrund des Anrufs zu machen. Die Datenerhebung erfolgt zur Sicherstellung der Qualität der telefonischen Beratung und die Weiterentwicklung des Modellprojekts. Bitte lesen Sie sich dazu auch unsere Datenschutzrichtlinien durch. Das Beratungsangebot soll sich während der Projektlaufzeit kontinuierlich an den Bedarf der Anrufenden anpassen. Wir wollen hierdurch dazu beitragen, dass betroffenen Kindern und Jugendlichen schneller und besser geholfen werden kann. Die Ethikkommission der Universität Ulm hat am 25.01.2017 positiv zu diesem Vorgehen Stellung genommen.

    • Unser Angebot richtet sich an Fachkräfte aus:

      Wen können wir nicht beraten

      Aufgrund der genannten Schwerpunkte und der Tatsache, dass keine Fallverantwortung für den konkreten Fall übernommen werden kann, ist eine Beratung von Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften anderer als der genannten Berufsgruppen nicht möglich. Hierfür stehen in erster Linie die örtlichen Jugendämter zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie auch unter dem folgenden Link:

    • Das Projektteam

      Die Mitarbeitenden der Hotline

      Die ärztlichen Berater*innen kommen aus den Bereichen Kinder- und Jugendpsychiatrie, Kinder- und Jugendmedizin und Rechtsmedizin und sind zertifizierte Kinderschutzmediziner*innen (DGKiM). Alle haben einen 6-tägigen Kurs zur insoweit erfahrenen Fachkraft durchlaufen und werden kontinuierlich weitergebildet. In allen genannten Fachrichtungen steht ein fachärztlich besetzter, rund um die Uhr erreichbarer Hintergrunddienst zur Verfügung, zudem zusätzlich ein kinder- und jugendpsychotherapeutischer Dienst. Das Team wird juristisch beraten, eine Sozialpädagogin mit Berufserfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe verstärkt das Team.

      Stellenangebote

      Unsere Berater*innen sind Ärzt*innen aus den Fachrichtungen Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Rechtsmedizin. Auch Ärzt*innen aus anderen Bereichen mit entsprechender Erfahrung im medizinischen Kinderschutz sind willkommen. Das Zertifikat Kinderschutzmedizin wird angestrebt, daher sollten Sie entsprechende Voraussetzungen mitbringen. Eine Fortbildung zur insoweit erfahrenen Fachkraft erfolgt begleitend zur Beratungstätigkeit. Wir freuen uns auf Ihre Initiativbewerbung per E-Mail an kinderschutzhotline.kjp@uniklinik-ulm.de.